Stärken und Schwächen von Kinowerbung, Printanzeigen und Plakaten - Braucht man das noch?

Milliarden Menschen nutzen weltweit Social Media, etwa genauso viele wie es Smartphone-Nutzer gibt. Das sieht man in unserem Alltag. Die Kommunikation wandert immer weiter ins Digitale ab, genauso wie sich unsere Lebensbereiche nach und nach immer stärker in die digitale Welt verlagern. Als Marketing-Beauftragter liegt an dieser Stelle die Frage nahe, ob sich in Zeiten von Virtual und Augmented Reality die Investition in sogenannte klassische Marketingkanäle für Unternehmen überhaupt noch lohnt. Sind die Zeiten von Kinowerbung, Printanzeigen und Plakatwerbung ein für alle Mal vorüber? Oder schlummern hier versteckte Stärken, die in Ergänzung zu digitalen Marketingkanälen zu einem optimalen Ergebnis führen? 

Große Leinwand für große Wirkung – Kinowerbung im Fokus

Auch wenn die Gesamtanzahl der jährlichen Kinobesucher seit Jahren leicht rückläufig ist, haben im Jahr 2017 trotzdem 122,3 Millionen Menschen ein Kino besucht. Dort lehnt man sich mit Popcorn und einem Kaltgetränk entspannt im Sessel zurück und genießt einen sorgfältig ausgewählten Film. Schon diese bewusste Entscheidung für die Umgebung sorgt dafür, dass die Kinobesucher offener auf Werbung reagieren. Kino, das heißt im Gegensatz zu Streamingdiensten wie Netflix und Co präsent im Moment zu sein. Die Höflichkeit verbietet eine Second-Screen-Nutzung. Wer trotz der großen digitalen Auswahl den Weg ins Kino auf sich nimmt, der möchte sich Zeit nehmen für einen Film und diesen in großem Format und mit eindrucksvollem Sound genießen. Dadurch sind Menschen, die im Kino einen Werbespot sehen, meist offener und bringen mehr Bereitschaft mit, sich mit gezeigten Anzeigen auseinander zu setzen. Die überdurchschnittlich gute technische Ausstattung in Kinos sorgt dafür, dass Werbespots die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Allerdings kann dieser Effekt sich abnutzen, wenn der nachfolgende Film den Zuschauern eindrucksvoller im Gedächtnis bleibt, als der vorgeschaltete Werbespot. Darum ist eine kreative und emotionale Umsetzung bei Kinospots besonders wichtig.

Regional und stark

Eine oft unterschätzte Stärke von Kinowerbung ist der starke Fokus auf lokales Marketing. Durch die regionale Ausspielung von Spots ist es möglich, Kunden sehr spezifisch anzusprechen. So können kleine oder sogar inhabergeführte Unternehmen sich in Kinowerbung individuell vorstellen und auf die lokalen Bedingungen und Anforderungen eingehen. Die Versicherungsagentur von nebenan stellt zum Beispiel in einem sehr persönlichen Spot kurz das Team vor Ort vor und schafft so Nähe und Identifikationspotential. Allerdings kann die Produktion von Spots für die Kinoleinwand recht kostspielig werden. Darum ist es hilfreich, sich für die Umsetzung auf digitale Hilfsmittel wie ein Marketingportal oder Marketing-Management-System zu berufen. In diesen lässt sich von der Produktion über die Ausspielung und die Kommunikation mit einzelnen Kinos der gesamte Prozess abwickeln. So werden die Vertriebskosten gesenkt und das Budget kann zu einem größeren Teil in den Spot fließen.

Durch Aktionen vor Ort Aufmerksamkeit generieren

Eine weitere Stärke von Kinowerbung ist die Kombination eines Spots mit einer Promotionsaktion vor Ort. Passend zum Film könnten Sie gebrandete Taschentücher, Snacks oder Getränke im Kino verteilen lassen. So bleibt nicht nur der Spot selbst im Gedächtnis, sondern wird an ein reales Erlebnis und eine positive Emotion – das Gefühl, etwas geschenkt zu bekommen – geknüpft.

Is Print Dead?

Ob Print tot sei, das fragen sich Medienvertreter und Marketingexperten seit Jahren. Die Reichweiten und Auflagen von einst allgegenwärtigen Printpublikationen sinken. Anzeigen im Digitalen sind sehr viel günstiger als im Printbereich und ihre Erfolge lassen sich genau bemessen: Cost-per-Click-Modelle und Affiliate Links ermöglichen eine Abrechnung, die sich an der erwünschten Zielgröße orientiert. Dadurch sinkt bei vielen Werbetreibenden das Interesse, Printwerbung zu betreiben. Man setzt bei Werbung vermehrt auf Online statt Print. Allerdings sollte dabei nicht vergessen werden, dass gerade sogenannte Qualitätsmedien eine hohe Glaubwürdigkeit bei ihren Nutzern innehaben. Diese konsumieren mitunter seit Jahren die gleichen Printprodukte und haben im Laufe der Zeit ein hohes Vertrauen in die betreffenden Medienmarken aufgebaut. Von diesem Vertrauen können werbende Unternehmen profitieren. Während AdBlocker zum Teil der Ausspielung von digitaler Werbung im Weg stehen, wird Printwerbung als fester Bestandteil von Zeitschriften und Magazinen angesehen. Dies liegt unter anderem daran, dass Printprodukte seit Jahrzehnten in großen Teilen werbefinanziert sind und die Leser sich im Laufe der Zeit schlicht daran gewöhnt haben.

Es muss nicht immer blinken

Digitale Werbeformen bieten zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Animationen, Videos oder interaktive Elemente können problemlos in Werbeformen integriert werden. Doch auch im Printbereich gibt es die Möglichkeit, sich durch kreative Lösungen von der Masse abzuheben. Sonderwerbeformen können spezifisch auf die Anforderungen des Werbetreibenden angepasst werden, Produktproben auf Anzeigen machen die Leser mit den Angeboten des Unternehmens bekannt. Außerdem biete die Aufteilung in Ressorts die Möglichkeit, eine Anzeige genau in dem Umfeld zu platzieren, in dem die Marke oder das beworbene Produkt optimal zur Geltung kommt.

Advertorials – Native Advertising in gedruckter Form

Das Vertrauen der Leser in eine Medienmarke nutzen – das können Unternehmen mit einem Advertorial. Bei dieser Textform handelt es sich um eine Anzeige, die durch ihre Aufmachung und ihren Inhalt mehr an einen redaktionellen Inhalt erinnert, als an ein Werbemittel. Optimaler Weise vermittelt ein Advertorial den Lesenden einen Mehrwert, der über die bloße Bewerbung eines Produktes oder Unternehmens hinausgeht. Dadurch wirkt man dem Gefühl bei der Leserschaft vor, durch eine versteckte Anzeige hinters Licht geführt worden zu sein. Advertorials sind in der Regel um einiges teurer als herkömmliche Anzeigen, dafür ist die Interaktion mit den Lesenden größer.

Plakatwerbung – Werbung, die zum Alltag gehört

Werbung gehört inzwischen in jeder deutschen Stadt ganz selbstverständlich zum Stadtbild dazu. Plakate, Litfaßsäulen, Ambient Media – all das ist Teil von Out of Home Werbung. Doch in Zeiten, in denen Plakatplätze immer mehr durch digitale Screens ausgetauscht werden und die meisten Menschen ihren Blick auch beim Gang zur Bahn kaum von ihrem Smartphone wenden, liegt die Frage nahe, ob das gute alte Plakat gegen seine digitale Konkurrenz noch bestehen kann.  

Hierzu sei erst einmal gesagt, dass Plakatwerbung in einer Vielzahl von Farben und Formen daher kommt. City-Light-Poster, Werbetürme und Großflächen Poster erfüllen unterschiedliche Werbeziele. Sie alle eint aber der unmittelbare Kontakt mit einer Vielzahl an Menschen. Wo andere Streuverluste bedauern, setzt Out of Home Werbung auf den gegenteiligen Effekt und ist allen Bevölkerungsteilen zugänglich. Darum lohnt sich Out of Home vor allem für Unternehmen, die sich an den Bedürfnissen einer breiten Zielgruppe orientieren, zum Beispiel Körperpflege. Auch zum Imageaufbau ist Out of Home ein effektiver Weg, schließlich benötigt Plakatwerbung kein redaktionelles Umfeld, um das Vertrauen von Menschen zu gewinnen. Es wird zu einem Teil ihrer Lebenswelt. Und welches Umfeld könnte vertrauensvoller sein als das? Plakatwerbung – ein fester Bestandteil des urbanen Lebens. Die richtige Auswahl eines Standortes garantiert einen schnellen Reichweitenaufbau und sichert so einen hohen Werbedruck. Kreative Konzepte der Vergangenheit zeigten, dass eine kluge Plakat-Kampagne auch zu viralen Marketingtrends in den sozialen Netzwerken werden kann, in denen Fotos von besonders gelungenen Endprodukten vermehrt geteilt werden. So schafft Plakatwerbung die Brücke zwischen digitaler und analoger Welt. Wer diese fruchtbare Verbindung noch weiter stärken möchte, kann mithilfe eines Marketingportals Plakatwerbung und digitale Welten zusammenbringen. Über ein Marketingportal lassen sich Plakate inhaltlich personalisieren und individualisieren. Außerdem können Werbeflächen direkt im Portal gebucht und Druckdaten automatisiert übermittelt werden.

Keine Angst vor AdBlockern

Während AdBlocker im Bereich der digitalen Werbeformate Marketingbeauftragten immer wieder Kopfzerbrechen bereiten, ist Plakatwerbung dort präsent, wo Menschen sich aufhalten – ganz ohne die Angst, dass teuer konzipierte Anzeigen hinter AdBlockern verschwinden.

Altbewährtes nicht abschreiben!

In letzter Instanz sollte die Entscheidung für oder gegen eine Werbemaßnahme genau auf ein Unternehmen und die eigene Zielgruppe abgestimmt werden. Während die Digitalisierung zahlreiche neue Werbemöglichkeiten und Marketingkanäle etablierte, sollte man Altbewährtes aber nicht komplett abschreiben. Auch analog ausgespielte Werbung bietet zahlreiche Möglichkeiten, um eine Zielgruppe zu erreichen. Außerdem bieten etablierte Werbemaßnahmen einen kreativen Spielraum. Wer diesen klug zu nutzen weiß, kann mit ihnen ebenso viel Aufmerksamkeit erregen, wie mit aufwendig programmierte Werbemaßnahmen in digitaler Form. Außerdem bieten Technologien wie Marketing- oder Brandportale innovative Möglichkeiten, um analoge Werbemaßnahmen mit neuer Technologie zusammenzubringen. So können zum Beispiel Plakate in einem Marketingportal personalisiert werden, die Druckdaten mithilfe des Programmes auf Fehler geprüft und an eine Druckerei übermittelt werden und Plakatflächen in der Umgebung problemlos über das Portal gebucht werden.


Autor
Yannik Bockius

Geschäftsführender Gesellschafter

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